Was ist eine Schweißzelle?

Eine Schweißzelle ist eine abgeschlossene Arbeitseinheit, in der Schweißprozesse automatisiert oder teilautomatisiert ablaufen. Sie besteht typischerweise aus einem/mehreren Roboter bzw. Robotern oder einem Cobot, einer Schweißstromquelle, einem oder mehreren Positionierern, einer Sicherheitseinhausung sowie einer Steuerungseinheit. Ziel ist es, Schweißarbeiten reproduzierbar, schnell und unabhängig von manueller Facharbeit durchzuführen.

Schweißzellen werden in der industriellen Fertigung eingesetzt, wenn gleichbleibende Schweißqualität, hohe Stückzahlen oder der Mangel an qualifizierten Schweißfachkräften eine Automatisierung sinnvoll machen.

Welche Arten von Schweißzellen gibt es?

1. Stationäre Industrieroboter-Schweißzelle

Die klassische Form der automatisierten Schweißzelle. Ein oder mehrere Industrieroboter (meist eRoboter mit sechs Achsen) übernehmen die Schweißbewegungen mit hoher Präzision und Geschwindigkeit. Dabei werden bei größeren Zellen oft auch Handlingsverfahren mit eingebunden.

Vorteile:

  • Sehr hohe Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit
  • Ideal für Großserien und komplexe Schweißgeometrien
  • Maximale Auslastung bei konstantem Teilespektrum

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungs- und Installationskosten
  • Erfordert tiefgehende Programmierkenntnisse
  • Wenig flexibel bei wechselnden Bauteilen oder kleinen Losgrößen
  • Fest installiert — nicht ortsveränderlich

Typischer Einsatz: Automobilindustrie, Großserienfertigung, Zulieferbetriebe mit homogenem Teilespektrum

2. Cobot-Schweißzellen

Ein Cobot (kollaborativer Roboter) ist leichter, flexibler und einfacher zu programmieren als ein klassischer Industrieroboter. Cobot-Schweißzellen sind speziell für KMU und den Einstieg in die Automatisierung entwickelt worden.

Vorteile:

  • Einfache Programmierung
  • Flexibler bei wechselnden Bauteilen
  • Kompakte Bauweise

Nachteile:

  • Besetzt den Schweißplatz während der Teach-In-Prozesse
  • Geringere Schweißgeschwindigkeit als Industrieroboter
  • Begrenzte Traglast und Reichweite
  • Oft noch stationärer Betrieb — eingeschränkte Mobilität
  • Schweißkenntnisse meist noch erforderlich
  • Cobot hat höhere Anschaffunsgkosten als ein Industrieroboter

Typischer Einsatz: Kleine und mittlere Unternehmen, Lohnfertiger, Betriebe mit wechselnden Teilen

3. Mobile Schweißzelle

Eine mobile Schweißzelle kombiniert die Vorteile der Automatisierung mit maximaler Flexibilität: Die Zelle kann ohne großen Aufwand an verschiedene Orte in der Produktion gebracht werden — oder direkt zum Werkstück.

Vorteile:

  • Ortsunabhängiger Einsatz in der Produktion
  • Kein fester Stellplatz erforderlich
  • Ideal für wechselnde Fertigungsumgebungen
  • Geeignet für kleine Losgrößen ab Stück 1

Nachteile:

  • Je nach Lösung eingeschränkte Größe der Bauteile
  • Im Container nur mit maximal 2 Robotern (Industrie oder Cobot) konfigurierbar

Typischer Einsatz: KMU (kleine und mittlere Unternehmen), Lohnfertiger, Betriebe mit variantenreicher Produktion, Prototypenproduktion

Industrieroboter vs. Cobot vs. Mobile Schweißzelle – ein Vergleich

Kriterium Industrieroboter Cobot Mobile Schweißzelle
WELDi (mit Industrieroboter oder Cobot)
Anschaffungskosten Mittel bis hoch Mittel bis hoch Niedrig bis mittel
Programmieraufwand Hoch Mittel Keiner (KI)
Flexibilität Gering Mittel Sehr hoch
Mobilität Keine Eingeschränkt Vollständig
Losgrößen Großserie Klein–Mittel Ab Stück 1
Geeignet für KMU Bedingt Ja Ja
Einlernzeit Lang Mittel Sehr kurz
Stationäre Schweißzelle auch für komplexe Kundenbedürfnisse
Philipp Wiesinger

Für wen eignet sich eine Schweißzelle?

Eine Schweißzelle lohnt sich grundsätzlich für Unternehmen, die:

  • Fachkräftemangel im Schweißbereich haben oder erwarten
  • Gleichbleibende Schweißqualität über viele Teile hinweg benötigen
  • Kosten senken wollen ohne Qualitätseinbußen
  • Kleinserien oder Einzelteile flexibel und wirtschaftlich schweißen möchten
  • Die Produktion zukunftssicher aufstellen wollen

Besonders KMU im Metallbau, in der Blechbearbeitung, im Maschinenbau und in der Lohnfertigung profitieren von automatisierten Schweißlösungen und können so den europäischen Standort erhalten.

Was kostet eine Schweißzelle?

Die Kosten für eine Schweißzelle variieren stark je nach Typ und Ausstattung:

  • Einfache Cobot-Schweißzellen beginnen ab ca. 100.000 €
  • Stationäre Industrieroboter-Zellen kosten je nach Größe 150.000 – 500.000 € und mehr
  • Mobile Schweißzellen (WELDi in diversen Varianten) liegen je nach Ausstattung im Bereich von 100.000–170.000 €

Hinzu kommen Kosten für Installation, Einschulung und Integration in bestehende Prozesse. Diese Kosten fallen bei WELDi weg, da sie im Paket entweder inkludiert sind, oder wegfallen. Die Amortisierungszeit liegt je nach Auslastung typischerweise bei 2–5 Jahren.

Wichtig: Der ROI einer Schweißzelle ergibt sich nicht nur aus direkten Lohnkosteneinsparungen, sondern auch aus reduziertem Ausschuss, konstanterer Qualität und der Möglichkeit, trotz Fachkräftemangel die Produktion aufrechtzuerhalten.

Häufige Fragen zur Schweißzelle (FAQ)

FRAG WELDi!

Brauche ich Programmierkenntnisse für eine Schweißzelle?

Das hängt vom System ab. Klassische Industrieroboter erfordern tiefgehende Programmierkenntnisse. Moderne Cobot-Lösungen und KI-gestützte Systeme reduzieren diesen Aufwand erheblich. Bei manchen Lösungen übernimmt eine Software die Programmerstellung vollständig. (Wie zum Beispiel bei WELDi.)

Ab welcher Losgröße lohnt sich eine Schweißzelle?

Stationäre Industrieroboter rechnen sich ab größeren Serien. Cobot-Zellen und mobile Lösungen sind bereits ab Losgröße 1 wirtschaftlich einsetzbar.

Wie lange dauert die Einführung einer Schweißzelle?

Je nach System und Komplexität der Teile dauert die Inbetriebnahme wenige Tage bis mehrere Wochen und Monate. Moderne Systeme mit KI-Unterstützung verkürzen die Einführungszeit erheblich.

Der Teach-I-Prozess bei einem Cobot kann auch einige Stunden dauern. Je nach Schweißnaht und Komplexität beim manuellen Schweißen.

Ist eine Schweißzelle auch für kleine Betriebe geeignet?

Ja, insbesondere mobile Schweißzellen sind speziell für KMU entwickelt worden. Sie erfordern keine großen Stellflächen, keine Programmierspezialisten und sind flexibel einsetzbar.

Welche Schweißverfahren werden in Schweißzellen eingesetzt?

Das häufigste Verfahren ist MIG/MAG-Schweißen. Darüber hinaus gibt es Zellen für WIG, Plasma und Laserschweißen - je nach Anwendungsfall.

WELDi - die mobile Schweißzelle für den Mittelstand

WELDi ist eine mobile Roboterschweißzelle, entwickelt von Feiba Engineering & Plants GmbH aus Oberösterreich, einem Unternehmen mit über 25 Jahren Erfahrung in der industriellen Automatisierung.

Was WELDi unterscheidet:

  • Vollständig mobil: WELDi wird dorthin gebracht, wo sie gebraucht wird
  • KI-gestützte Programmierung über ArcNC > keine Roboterprogrammierkenntnisse nötig
  • Ab Losgröße 1 wirtschaftlich einsetzbar
  • ultraschnelle Inbetriebnahme – innerhalb weniger Tage einsatzbereit
  • speziell für KMU entwickelt – kompakt, flexibel & sofort produktiv

WELDi wurde u.a. mit dem Fachwissen von Feiba Engineering & Plants GmbH entwickelt - einem Unternehmen aus Oberösterreich, das seit mehr als 25 Jahren individuelle Automatisierungslösungen für Industrie und Mittelstand entwickelt.

Was ist eine Schweißzelle?

Feiba Engineering & Plants GmbH
Egger-Lienz-Straße 10
4050 Traun – AUSTRIA

Tel: +43 (0) 7229 / 61 91 0 – 0
E-Mail: office@feiba.at